Babyblues oder Wochenbettdepression? Woran du den Unterschied erkennst
Der Babyblues betrifft fast jede zweite Frau nach der Geburt, dauert meist einige Tage, manchmal bis zu zwei Wochen, und geht von selbst vorbei. Hält die gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen an, kann eine Wochenbettdepression dahinterstecken. Dann sprich mit deiner Hebamme, deiner Frauenärztin oder deiner Hausarztpraxis.
Babyblues: häufig und meist kurz
In den ersten Tagen nach der Geburt weinen viele Frauen schnell, fühlen sich dünnhäutig oder überfordert. Das nennt man Babyblues. Er betrifft fast jede zweite Frau, dauert meist einige Tage und manchmal bis zu zwei Wochen. Verständnis, Unterstützung und Ruhe helfen. Meist bessert sich die Stimmung von selbst.
Wann es mehr sein kann
Hält die gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen an, kann das auf eine Wochenbettdepression hinweisen. Typische Anzeichen sind ein anhaltendes Stimmungstief, Gleichgültigkeit, Schlafprobleme auch wenn das Baby schläft, Appetitlosigkeit, starke Selbstzweifel und Schuldgefühle. Eine Wochenbettdepression ist eine Krankheit, keine Schwäche, und sie lässt sich gut behandeln.
Wo du Hilfe bekommst
- Deine Hebamme, Frauenärztin oder Hausarztpraxis
- Eine psychotherapeutische Praxis. Für ein Erstgespräch brauchst du keine Überweisung.
- Schwangerschafts- und Familienberatungsstellen
- Frühe Hilfen, zum Beispiel Familienhebammen, kostenlos
- Der Verein Schatten & Licht e. V. informiert und vermittelt Hilfe
Wenn du daran denkst, dir oder deinem Baby etwas anzutun, oder nicht mehr leben möchtest, ruf sofort den Notruf 112. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichst du unter 116 117. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar: 116 123.
Was dir und deinem Umfeld hilft
Sag ehrlich, wie es dir geht, auch wenn es schwerfällt. Bitte konkret um Hilfe: eine Nacht durchschlafen, eine warme Mahlzeit, jemand, der das Baby hält, während du duschst. Partner und Familie können viel tun, indem sie zuhören statt Ratschläge zu geben.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Babyblues?
Meist einige Tage, manchmal bis zu zwei Wochen.
Woran erkenne ich eine Wochenbettdepression?
Wenn die gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen anhält, mit Anzeichen wie Gleichgültigkeit, Schlafproblemen, Appetitlosigkeit, Selbstzweifeln und Schuldgefühlen.
Wo bekomme ich Hilfe bei einer Wochenbettdepression?
Bei Hebamme, Frauenärztin, Hausarztpraxis oder einer psychotherapeutischen Praxis. In akuter Not unter 112, 116 117 oder bei der TelefonSeelsorge 116 123.
Dieser Artikel ersetzt keine Beratung durch Hebamme oder Ärztin.